Motivationen
 

Motivation und Ideologie

In der Kunst der Menschen verbinden sich die Geister des Urbewusstseins. Die Ursymbole bleiben. Mythen, Geschichten und Legenden in der Kunst der Völker sind Teil einer Weisheit, die uns, die Menschheit, verbindet. Die Natur lässt den geistigen Ursprung der Skulpturen erahnen. Sie erzählen Geschichte, unsere Geschichte; die, der geistigen Welt. Der Stein spricht in allen Sprachen, er ist das Buch unserer Geschichte. Wenn die Alten und Weisen nicht mehr sind, der Stein bleibt. Er überdauert. Zu Stein gewordener Geist. In ihm sind alle Mythen und Weisheiten der Menschheit.


 
Ideologie der Bildhauer

Wie in vielen anderen Ländern Afrikas ist auch in Zimbabwe der Glaube an die immer präsente Welt der Ahnen und die Beseeltheit aller Dinge tief verwurzelt.

Besonders der Stein hat eine alte mythologische Bedeutung und ist im wahrsten Sinne des Wortes lebendig.

Der Serpentin, das Material der Bildhauer, besticht schon durch seine Struktur und Farbigkeit. Die Berge, aus deren Nähe die Serpentin - Findlinge für die hier präsentierten Skulpturen stammen, werden auch heute noch nicht von den ansässigen Shona bestiegen. Es herrscht die tiefe Überzeugung, das dort, auf den zwei heiligen Bergen, ein Wesen vergleichbar unserer Meerjungfrau, lebt. Man erzählt von Männern, die es versucht haben und wenige Tage zwar zurück ins Dorf kamen, sich jedoch an nichts mehr erinnern konnten. Das Motiv der Meerjungfrau (Mermaid ) wird in den Skulpturen ebenso oft dargestellt, wie der Glaube an die mögliche Metamorphose von Mensch zu Tier oder Stein (transforming from the rock) künstlerisch umgesetzt wird. Es werden auch Geister von Pflanzen (Magic mango) dargestellt oder die Heiler und Führer einer Gemeinschaft, (spirit medium, chief) die noch immer einen großen Einfluss auf die Menschen in Zimbabwe haben. All diese Themen spiegeln sich in den Skulpturen wieder.

Über uns

Als wir Zimbabwe das erste mal besuchten, kamen wir in der Hoffnung, hier noch Anteil haben zu können an Werten, die bei uns nur noch am Rande erfahrbar werden. Bei unseren mehrmonatigen Reisen durch das Land, abseits der Touristenrouten, waren wir zu Gast bei Menschen, die noch in einer ursprünglichen Art leben und arbeiten.

Auf dem Weg zu den Künstlern hatten wir keine genaue Vorstellung von unserem Ziel. Vielleicht, Dinge zu erleben, von denen die Alten noch wissen und erzählen.

Die ersten Kontakte zu Galerien wurden geknüpft - "Galerien" in den Dörfern der Künstler. Denn die meisten Künstler bleiben. Hier, wo der Stein noch zu Ihnen spricht.

Nach einigen Wochen bei den Künstlern im Dorf, erwuchs der Wunsch, ihre Werke zur Sprache kommen zu lassen, um - vielleicht - anzurühren.

Die Werke, die zu uns sprachen, uns ansprachen, gingen mit auf den Weg.

Die ersten Skulpturen gingen im Rucksack mit auf den Weg nach Deutschland. Erst nach längerem Studium wurde klar, welchen Platz die Shona- Bildhauerei in der Welt einnimmt.

Aus der anfänglichen Begeisterung wurde eine Lebensaufgabe. Und Arbeit.

Alle Skulpturen wurden von uns persönlich ohne Zwischenhändler direkt vom Künstler erworben. Wir machten uns von seiner individuellen Arbeitsweise an seinem Wohnort vertraut. Über fast zehn Jahre begleiteten uns diese Künstler in Zimbabwe.


   
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